Dublin. Ja Dublin. Und davor? Richtig, euch fehlt ja noch eine ganze Woche... also:
Wie uns der Nebel und der Regen im mittleren Westen Irlands einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, so wurden wir in der letzten Woche reich beschenkt mit wunderbaren Wetter. Wir fuhren die Westküste entlang in Richtung Süden und erfreuten uns an täglich besserem Wetter. Dabei entdeckten wir u.a. die Cliffs of Scenic. Das sind in etwa die kleinen Schwestern der Cliffs of Moher und für meine Mitreisenden eine kleine Entschädigung für die vernebelten Ausblicke auf die grossen Geschwister.
Nächster Halt war Bunratty. In diesem kleinen Ort ist ein wirklich schöner Park entstanden. In der Mitte gibt es eine tolle Burg aus dem 16. Jahrhundert zu besichtigen. Rundherum wurde eine Art Dorf angelegt mit vielen unterschiedlichen Gebäuden die einem den Alltag aus dem 18/19. Jahrhundert näher bringen. Ob Schmiede, Post, Druckerei oder ein einfaches Bauernhaus, mit viel Liebe zum Detail wird diese Epoche zum Leben erweckt.
Dann trieb es uns weiter in den Süden. Ich umrundete ein weiteres Mal den Ring of Kerry, plantschte dort im Meer, übernachtete in Knightstown auf der Insel Valencia in einem B&B mit herrlichem Meerblick, zeigte meinen begeisterten Familienmitgliedern mein persönliches Irlandgefühl, reiste ein weiteres Mal nach Baltimore, erkundete dort die Sherkin Islands und fuhr letztlich zur letzten Station vor Dublin: Cork. Ich und besonders mein Portmonnaie waren beinahe froh diese Stadt nach nur einem Tag und einem ausgiebigen Einkaufsbummel mit meinen Frauen wieder verlassen zu können. Ein kleiner Wermutstropfen war dann zum Schluss das Rock of Cashel. Das grundsätzlich imposante Bauwerk auf dem Weg nach Dublin ist mindestens so gut eingepackt wie das Berner Münster und hatte somit den etwa gleichen Effekt auf uns wie die Cliffs of Moher bei Nebel: Ah, schön...
Fazit nach viereinhalb Wochen Irland
Nach einem weiteren Ausflug nach Dublin... der es übrigens in sich hatte: Da gönnen wir uns doch eine gemütliche Fahrt mit der Kutsche vom Guinness Storehouse nach Temple Bar Lane. Gut. Nach dem aussteigen fährt der Kutscher weiter und dabei bricht doch tatsächlich dessen Gefährt auseinander und die vordere Achse macht sich selbstständig. Wäre dies zehn Minuten früher passiert, es hätte uns bei voller Fahrt durch die gefüllten Strassen von Dublin Downtown sehr unsanft auf den Asphalt gesetzt... nochmals ein Dankeschön in die Chefetage dieser Kugel...
Nun... wo war ich... ach ja: Nach einem weiteren Ausflug nach Dublin, sitze ich nun am letzten Abend meiner Reise auf meinem Bett im Hotel, kann bereits den Flughafen sehen und denke an viereinhalb abwechslungsreiche Wochen zurück. Was mir an Irland wirklich fehlen wird kann ich wohl erst in ein paar Wochen sagen. Aktuell weiss ich nur dass ich die Reise genossen habe, das Land und seine Leute mir gefallen haben und: ich freue mich abartig nach Hause zu kommen. J
Ich freue mich auf grünen Salat und anständiges Gemüse (abgesehen von Kartoffeln, das Einzige was du hier kriegst), richtiges Brot (Toast kann mir für einige Zeit gestohlen bleiben), guten Kaffee (Spülmittel gebrauche ich nur noch um danach die Tasse abzuwaschen), ein Lavabo mit nur einem Wasserhahn (kein nervöses hin und her hüpfen mit den Händen zwischen arschkalt und höllisch heiss), mein Haus mit Garten (kein fremdes B&B und Hostel), meine beiden Katzen (keine Hunde mit Wolfskopf und Wurstkörper), mein bequemes Bett (...) und natürlich ganz speziell auf meine geliebte Frühlingszwiebel. J
Nun denn... ich möchte mich an dieser Stelle für das rege Interesse an meiner Reise, meinen literarischen Ergüsse und die vielen Rückmeldungen auf den verschiedensten Kanälen bedanken. Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende und bis bald.
Euer Wuschu
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