Donnerstag, 30. Juni 2011

Nach dreieinhalb Wochen...

Hallo Schweiz, hier Irland. Immer noch. Seit dreieinhalb Wochen kurve ich nun über diese Insel. Und ja... es gefällt mir immer noch. Seit dem letzten Eintrag, damals war Samstag in Ennis nahe Galway, ist nun wieder eine Woche vergangen und ich will euch die Geschehnisse kurz zusammenfassen.

Nach Ennis fuhr ich hoch nach Galway und bin dort für ganze drei Nächte geblieben. Die erste noch alleine und seit Montag bin ich nun Chauffeur, Reiseführer, Sohn und Bruder in einem. Eine interessante Mischung. Beinahe eine ganze Woche ist nun bereits vergangen im Kreise der Familie und ich lebe noch. Ja ich halte es gut aus. Ich geniesse es sogar. Die Mutter und Schwester vierundzwanzig Stunden so nahe um sich zu haben ist doch eigentlich eine tolle Sache. Soviel altbekanntes, alle diese kleinen Marotten die man mag oder die einem auch nerven, und soviel neues, neue Ortschaften und Landschaften, ergeben... ja eben, eine interessante Mischung.

Nach der Besichtigung von Galway (bei Sonnenschein war dies auch für mich was Neues) haben wir als erstes zusammen den Connemara Nationalpark erkundet. Die nette Dame am Eingang hat uns erklärt es gebe hier drei ausgeschilderte Routen. Eine für die brauche man ca. 20 Minuten. Aha. Für die zweite ca. 50 Minuten. Mhm. Und für die dritte (sie machte riesige Augen und sprach mit betont tieferer Stimme...) ganze 2 ½ Stunden... Wow! Wir taten begeistert und versuchten nicht zu lachen. Ihre Ausdrucksweise erklärte sich uns dann allerdings schnell als wir die US-Amerikanischen Touristen sahen... kurze Hosen, T-Shirt und... Flip-Flops? ... 2 ½ Stunden...


Connemara Nationalpark



Anyway... der Nationalpark ist jedenfalls gemütlich (mit einigermassen anständigen Schuhen) und bietet einige wirklich schöne Ausblicke, u.a. auf die Kylemore Abbey.

Hier speziell erwähnen muss ich Desmond „Diamond Tutu“. Der Besitzer des „B&B Ben View“ in Clifden ist nicht nur ein Goldschatz sondern eben ein Diamantschatz und ein Herz von einem Menschen. Sollte jemals einer meiner Leser das schöne Küstenstädtchen ganz im Westen Irlands aufsuchen, unbedingt in diesem kleinen Haus übernachten. Das er kein Händchen hat für Blumen sollte einen dabei nicht abschrecken.

Nach zwei Nächten bei Tutu in Clifden zogen wir in Richtung Süden der Sonne entgegen. So zumindest der Plan. Leider haben es Pläne so an sich zu scheitern. Denn seit wir Freitagmorgen aufgebrochen sind hat es nur einmal geregnet. In meinen bisher dreieinhalb Wochen Irland ein Novum. Nur Regen. Nur Grau. Nur Wind. Und besonders störend: Nebel. So wurden einige Besichtigungen für meine zwei Begleiterinnen zur herben Enttäuschung. Z.B. die Besichtigung der Cliffs of Moher bei einer Sichtweite von 2-10 Metern war... sagen wir für mich eine neue Erfahrung. Also mussten wir uns Alternativen suchen. Hierfür gibt es in den Burren einige Höhlen zu besichtigen oder man kann sich in Lahinch in den Whirlpool und die Sauna legen. Man kann sich auch in Kilkee auf kleine Klippen stellen und den Surfern beim kämpfen und den Golfern beim spinnen zusehen. Während man versucht sich nicht ins Meer blasen zu lassen.


Cliffs of Moher im Nebel... spannend...


So oder so, in Irland gibt es immer was zu tun oder zu sehen. Auch wenn man eigentlich nichts sieht. Das ist dann wohl auch das Fazit der letzten Woche. Ich bin gespannt auf die letzten Tage und was diese Insel mir noch bieten wird.

Bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit und geniesst das warme Wetter in der Schweiz.

Euer zerzauster Wuschu

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