Montag, 13. Juni 2011

Grüsse aus Waterford

Da sitze ich also auf einem bequemen Sofa in einem urgemütlichen Hostel in Waterford am rechten unteren Eck von Irland. Eigentlich wollte ich ja gar nicht so weit reisen heute, aber die Wege des Herrn sind bekanntlich unergründlich. Jedenfalls hat es mich die ganze Ostküste Irlands runtergetrieben... aber halt. Alles der Reihe nach.

Zuerst einmal bin ich ja jetzt alleine unterwegs. Pellas ist, soviel ich weiss zumindest in Zürich heil angekommen und darf sich nun wieder an die Schweiz anklimatisieren. An dieser Stelle nochmals danke für die tolle Zeit und das gute navigieren. Solltest du mal von der Psychie die Schnauze voll haben darfst du dich gerne in meinen Ford einbauen lassen. Aber nur mit einem "Off" Schalter für die Sprachausgabe ;-)

So... heute. Nachdem ich Pellas ohne grosse Umwege an den Flughafen chauffiert hatte, hatte ich selber erstmal gar keinen Plan. Was übrigens genau der Plan sein soll für die kommenden Wochen: Einfach mal sehen wo es mich hintreibt, quasi die die unergründlichen Wege zu ergründen die da vor mir liegen. So fuhr ich planlos wieder in Richtung Dublin, durch den herrlichen Morgenverkehr an einem Montag und landete plötzlich auf einer Insel. Ja eine Insel. Und zwar auf der North Bull Island etwas nördlich vom Dubliner Hafen. Dort hat es ungefähr so ausgesehen:


North Bull Island bei Dublin


So konnte ich also den Tag beginnen mit am Strand am Meer sitzen und mir vom Wind Sand ins Gesicht blasen zu lassen. Wunderbar. Auch wenn ich hinter den Ohren immer noch Sand finde...

Als ich dann langsam die Nase und Ohren voll hatte vom Sand trieb es mich an der Ostküste den Wicklow Mountains zu. Diese Berge, wobei der Ausdruck Berge uns Schweizer nur ein müdes Lächeln abgewinnen kann, ist doch der höchste "Berg" gerade mal 926m hoch. Trotzdem finden sich hier schöne Landschaften und ein bergig-freies Gefühl. Auf dem Weg vom lauschigen Enniskerry zum berühmten mystischen Tal mit dem Namen Glendalough, führte mich eine kleine Strasse weit nach oben. Dort genoss ich die Einsamkeit und ein kleines Mittagessen mit einer schönen Aussicht:


Wicklow Mountains


Einige schöne Passstrassen später erreichte ich dann das sagenumwobene Glendalough Tal. In diesem Tal liegen zwei schöne Seen und am unteren der beiden eine uralte Klostersiedlung. Diese Siedlung hat ihren Ursprung im 6. Jahrhundert und ist trotz mehrmaliger Zerstörung durch Wikinger und englische Truppen immer noch einigermassen gut erhalten. Der Ort erhält von mir eine absolute Besuchsempfehlung für alle Irlandreisenden denn er ist wunderschön. Da ist zum einen diese Klostersiedlung mit einem imposanten Rundturm, übrigens kostenlos zu besichtigen (ja Pellas, k-o-s-t-e-n-l-o-s!, habs kaum geglaubt). Zum anderen sind es die idyllisch im Tal eingebetteten Seen umgeben von Wäldern mit wunderschönen Wanderwegen und sogar einen kleinen Wasserfall hat es. Ein sehr ruhiger Ort zum verschnaufen und auftanken vom reisen.


Klostersiedlung in Glendalough


Upper Lake im Glendalough Tal


Warum bin ich bloss bereits in Waterford? Ich weiss es nicht. Aber es hat mich gejuckt und ich musste einfach die Autobahn nehmen und runter an die Küste düsen. Bisher hat es sich gelohnt. Eine kleine, freundliche Stadt. Ein kleines urchiges Hostel mit ebenso urchiger Besitzerin und freundlichen französischen Mitbewohnern die gleich Nachtessen und Bier mit mir teilen wollten.

So... und diesen netten Menschen will mich jetzt wieder zuwenden und verbleibe mit freundlichen Grüssen,
euer Wuschu

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